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Ein Weg, gegliedert in dreizehn Betrachtungen, die gleichsam versuchen, Einblicke in eine göttliche Dimension des Alltags zu eröffnen. Der Weg der Liebe ist ein Text zeitgenössischer Spiritualität, erschienen im Verlag San Paolo im Dezember 2014.
Ein Schweigen, das als liebend beschrieben wird, als „Raum“, in dem der Heilige Geist aufgenommen und gehört werden kann, ist der Ausgangsvorschlag. Der Leser wird so fast von selbst dazu geführt, den Blick auf die Erfahrung Marias zu richten, an der jeder in seiner besonderen Wirklichkeit teilzuhaben gerufen ist. Das Verhältnis inniger Gemeinschaft mit Maria, verstanden als Teilhabe an ihrer Erfahrung, ist ein Schlüsselelement des Buches und spiegelt wahrscheinlich die Erfahrung der Autorin wider.
Beim Blättern in den ersten Seiten tritt in hervorragender Weise die Dimension der Schönheit des agapischen Gottes hervor, der die Herzen dazu bereitet, die zwischenmenschlichen Beziehungen zu veredeln. Die Nächstenliebe, christlich verstanden, mündet in die Notwendigkeit, das neue Gebot der gegenseitigen Liebe zu leben, gleichsam als Widerhall der eben betrachteten Schönheit. Gerade in den mittleren Kapiteln weben die Fäden des Menschlichen und des Göttlichen das Gewebe eines neuen Horizonts, in dem die harte Wirklichkeit des Scheiterns, der Spaltung und des Bösen keineswegs beschönigt oder verborgen wird.
Gemeinschaft, Barmherzigkeit und Vertrauen erscheinen fest verbunden in den geschwisterlichen Beziehungen, nicht weniger als in der Beziehung zu Gott, für ein menschliches und geistliches Wachstum, und um dies zu erklären, scheut sich Sr. Nunziella nicht, Beispiele aus dem gewöhnlichen Leben zu nehmen: „Solange zwei Eheleute streiten, besteht keine Gefahr für die Ehe, doch an dem Tag, an dem einer der beiden nicht glaubt, dass der andere ihn liebt, gerät die Beziehung ernstlich ins Wanken“ (S. 81). Ein Buch, das den Leser nicht mit der Last eines Weges zu unmöglichen Zielen belädt, sondern sich der Hoffnung öffnet, die aus dem Kreuz erwächst.
Die letzten Kapitel? Wort Gottes, Eucharistie, Maria: drei kurze Betrachtungen, aus denen jedoch eine kirchliche Sichtweise ins Auge springt, von der vielleicht in einem anderen Buch die Rede sein wird …
